5 Bäume, die sich nicht für Bonsai eignen (und bessere Alternativen)
Nicht jeder Baum ist dafür gemacht, ein Bonsai zu werden.
Zwar lässt sich theoretisch jede Baumart gestalten, doch einige Arten wehren sich regelrecht dagegen. Sie wachsen unkontrolliert, verzweigen kaum, reduzieren ihre Blätter nur schlecht oder reagieren empfindlich auf grundlegende Bonsai-Techniken.
Um Ihnen Zeit, Frust und einige verlorene Bäume zu ersparen, zeigen wir Ihnen hier die fünf Bäume, die sich nicht für Bonsai eignen, und viel wichtiger welche Alternativen sich deutlich besser formen lassen und Anfängern wirklich Freude bereiten.
Warum sich manche Bäume nicht für Bonsai eignen
Bonsai bedeutet, mit der natürlichen Biologie des Baumes zu arbeiten und nicht gegen sie. Wenn eine Baumart von Natur aus sehr große Blätter, kaum Verzweigungspunkte, extrem brüchiges Holz, lange Internodien oder übergroße Blüten oder Früchte hat, wird es nahezu unmöglich, daraus einen ausgewogenen und realistischen Miniaturbaum zu gestalten.
Die Wahl der passenden Baumart ist daher entscheidend für eine erfolgreiche und erfüllende Bonsai Reise.
Schauen wir uns nun die fünf Arten an, die sich besonders schlecht für Bonsai eignen.
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1. Palmen
Palmen wirken exotisch und tropisch, doch sie gehören zu den Baumarten, die sich nicht für Bonsai eignen. Ihre Wachstumsbiologie macht eine Gestaltung praktisch unmöglich.
Warum Palmen als Bonsai scheitern
Palmen haben Eigenschaften, die eine echte Bonsai Struktur verhindern:
- nur eine einzelne Endknospe
- die Spitze darf nicht geschnitten werden, sonst stirbt der ganze Baum
- keine Verzweigung
- keine Verjüngung des Stammes
- keine natürliche Baumform
- lassen sich nicht drahten oder gestalten
- sobald die Spitze beschädigt ist, ist es endgültig vorbei
Bessere Alternative Ficus Arten
Wenn Sie ein tropisches Ambiente möchten und einen Baum suchen, der wirklich bonsaigeeignet ist, bieten Ficus Arten eine perfekte Lösung:
- sehr tolerant und anfängerfreundlich
- reagieren gut auf Drahtung und Schnitt
- ideal für Innenräume
- entwickeln eine natürliche Baumstruktur
- robustes Wachstum und starke Verzweigung
Empfehlenswerte Arten sind Ficus Microcarpa, Ficus Retusa und Ficus Benjamina.
2. Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
Die Rosskastanie ist in der Natur beeindruckend, eignet sich jedoch kaum als Bonsai. Die Art bringt mehrere Eigenschaften mit, die eine harmonische Gestaltung fast unmöglich machen.
Warum Rosskastanien als Bonsai scheitern
Rosskastanien haben typische Merkmale, die eine realistische Bonsai Form verhindern:
- sehr große Blätter
- kaum oder gar nicht reduzierbar
- schwaches Rückknospen
- lange Internodien
- wirkt schnell unausgewogen und unproportioniert
Es sei denn, man arbeitet mit einem sehr alten und massiven Stamm in einer großen Bonsai Gestaltung. Andernfalls entsteht fast immer ein kleiner Stamm mit übergroßen komischen Blättern.
Bessere Alternative Dreispitz Ahorn (Acer buergerianum)
Der Dreispitz Ahorn ist deutlich besser geeignet und bietet Eigenschaften, die für Bonsai ideal sind:
- ausgezeichnete Blattreduktion
- starke Verzweigung
- schnelle Heilung nach dem Schnitt
- schöne Farben
- ausgewogene Proportionen
- Er eignet sich sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Gestalter.
3. Eukalyptus
Eukalyptus duftet fantastisch und wächst sehr schnell, doch als Bonsai ist diese Art äußerst ungeeignet. Ihre Wachstumsmerkmale passen kaum zu einer bonsaigerechten Gestaltung.
Warum Eukalyptus als Bonsai scheitert
Trotz seines attraktiven Aussehens bringt Eukalyptus Eigenschaften mit, die das Formen eines Miniaturbaums fast unmöglich machen:
- die Blätter bleiben sehr groß
- Zweige sind extrem brüchig
- Drahtung führt häufig zu abgebrochenen Ästen
- der Baum wirft ständig Blätter ab
- wächst hoch und gerade statt verzweigt
Eukalyptus reagiert kaum auf typische Bonsai Techniken und lässt sich nur schwer kontrollieren.
Bessere Alternativen
Für eine attraktive Rinde und kleinere, gut formbare Blätter eignen sich folgende Arten deutlich besser:
- Chaenomeles japonica
- Cercis siliquastrum
- Chinesischer Wacholder Juniperus chinensis
Diese Arten bieten kleinere Blätter, bessere Verzweigung und eine natürliche Bonsai Struktur.
4. Silber Ahorn und Zucker Ahorn
Nicht alle Ahornarten sind für Bonsai geeignet. Der Silber Ahorn und der Zucker Ahorn bringen Wachstumsmerkmale mit, die eine feine Bonsai Gestaltung nahezu unmöglich machen.
Warum Silber Ahorn und Zucker Ahorn als Bonsai scheitern
Diese Arten zeigen typische Eigenschaften, die eine detaillierte und harmonische Bonsai Struktur verhindern:
- sehr große und weiche Blätter
- lange Internodien
- schlechte Feinverzweigung
- extrem schnelles Wachstum, jedoch mit grober Verzweigung
Selbst mit regelmäßigem Rückschnitt entstehen kaum feine Äste und keine kompakte Krone.
Bessere Alternative Japanischer Ahorn Acer palmatum
Der Japanische Ahorn ist aus gutem Grund ein Klassiker in der Bonsai Welt. Er bietet Eigenschaften, die ideal für eine feine Gestaltung sind:
- kleine Blätter
- wunderschöne Farben
- kurze Internodien
- kontrollierbares und vorhersehbares Wachstum
-
viele verschiedene Sorten
Ein unverzichtbarer Baum für alle Bonsai Liebhaber.
5. Obstbäume mit großen Früchten wie Apfel Birne Pfirsich
Diese Baumarten sind wunderschön, doch für Bonsai sind sie eine große Herausforderung. Ihre Früchte sind schlicht zu groß, um eine realistische Miniatur darzustellen.
Warum Obstbäume mit großen Früchten als Bonsai scheitern
Auch wenn sie attraktiv aussehen, führen große Früchte schnell zu einem unharmonischen Gesamtbild:
- die Früchte wachsen viel zu groß
- eine Frucht kann so groß werden wie die gesamte Krone
- das zerstört sofort alle Proportionen und die Bonsai Wirkung
Zusätzlich haben diese Arten oft weitere Probleme:
- sehr grobe Verzweigung
- höhere Anfälligkeit für Krankheiten
- unzuverlässiges Rückknospen
Bessere Alternativen
Für eine harmonische Gestaltung eignen sich Arten, die von Natur aus kleinere und bonsaigerechte Früchte tragen:
- Zierapfel Malus
- verschiedene Kirscharten Prunus
- Weißdorn Crataegus
Diese Arten bieten Blüten und Früchte in der richtigen Größe und behalten dabei eine authentische Bonsai Struktur.
Kann jeder Baum ein Bonsai werden?
Technisch gesehen ja. Man kann nahezu jeden Baum zu einem Bonsai formen. Doch das bedeutet nicht, dass es immer sinnvoll ist.
Beim Bonsai geht es darum, eine Baumart zu wählen, die gut mit Ihnen zusammenarbeitet. Entscheidend ist ein Baum, der Merkmale besitzt, die eine Gestaltung erleichtern. Achten Sie auf Arten, die:
- leicht neue Knospen bilden
- ihre Blattgröße gut reduzieren
- zuverlässig rückknospen
- Schnitt und Pflege gut vertragen
- positiv auf Drahtung reagieren
Mit einer solchen Art wird die Lernkurve deutlich schneller und die Gestaltung zehnmal angenehmer.
Jeder kann Bonsai gestalten, wenn er die richtige Baumart auswählt.
Möchten Sie Ihren eigenen Bonsai ganz von Anfang an gestalten?
Der einfachste Weg zu beginnen ist, mit Baumarten zu starten, die sich nachweislich gut für Bonsai eignen.
Geschrieben von Luca Valagussa
Gründer und Bonsai-Meister von Treevaset
Ursprünglich in der Finanzbranche tätig, machte Luca seine lebenslange Leidenschaft für Bonsai zu seinem Beruf. Sein Ziel ist es, die Bonsai Kunst für alle einfach, inspirierend und zugänglich zu machen.