Kostenloser EU-Versand ab 70 € · Lieferung in 18 Länder

Bonsai pfropfen: einen Ast genau dort entstehen lassen, wo du ihn brauchst

Eine einfache Erklärung der Bonsai Pfropfen Technik und wie du damit einen neuen Ast genau an der gewünschten Stelle erzeugen kannst.
3 min
Mit einem Essstäbchen das Bonsai Substrat lockern und die Wurzeln überprüfen

Auf dieser Seite

Wenn ein Bonsai an einer bestimmten Stelle keinen Ast bildet, gibt es eine zuverlässige und elegante Lösung, die von Profis verwendet wird: Thread Grafting. Mit dieser Technik lässt sich ein Ast genau dort erzeugen, wo er für das Design benötigt wird, selbst bei Arten, die nur schlecht zurückknospen.

In diesem Leitfaden zeigt Luca, wie Thread Grafting funktioniert, woran man erkennt, dass die Pfropfung angewachsen ist, und ab wann man den ursprünglichen Ast sicher entfernen kann.

Gefällt dir diese Anleitung? Abonniere unseren YouTube-Kanal für wöchentliche Bonsai-Inhalte →

Was ist Thread Grafting im Bonsai?

Thread Grafting ist eine Bonsai-Technik, bei der ein vorhandener Zweig durch ein gebohrtes Loch im Stamm geführt wird, sodass er auf der anderen Seite genau dort herauswächst, wo ein neuer Ast benötigt wird.

Das Prinzip ist einfach: Ein junger, flexibler Zweig wird durch den Stamm geführt, damit er an der gewünschten Stelle austritt. Mit der Zeit verschmelzen die Kambiumschichten von Zweig und Stamm, sodass ein völlig natürlich aussehender neuer Ast entsteht, genau passend für das geplante Bonsai-Design.

Diese Methode gehört zu den zuverlässigsten Pfropftechniken, da der Zweig während des Heilungsprozesses weiterhin vom Baum versorgt wird und nicht austrocknen kann.

Wie Thread Grafting Schritt für Schritt funktioniert

1. Einen jungen, flexiblen Zweig auswählen

Der Zweig sollte lang genug sein, um vollständig durch den Stamm geführt zu werden und auf der anderen Seite weiterwachsen zu können. Junge, flexible Triebe lassen sich leichter einfädeln, ohne dass die Rinde beschädigt wird.

2. Ein sauberes Loch durch den Stamm bohren

Das Loch muss etwas größer sein als der Zweig, damit das Kambium nicht abgeschabt wird. Ziel ist es, den Zweig ohne Reibung und ohne Verletzungen der Wachstumszone durch den Stamm zu führen.

3. Den Zweig durch das Loch führen

Der Zweig wird vorsichtig durch den Stamm geschoben, bis er auf der gegenüberliegenden Seite austritt. Luca zeigt im Video deutlich, wie der Zweig hinten eingeführt wird und genau dort herauskommt, wo ein neuer Ast für das Design benötigt wird.

4. Wachsen und verdicken lassen

Während der Zweig weiterwächst, passiert etwas Entscheidendes: Der Stamm verdickt sich und legt sich immer enger um den durchgeführten Zweig, bis sich die Kambiumschichten beider Teile verbinden.
An diesem Punkt ist der eingeführte Zweig vollständig mit dem Stamm verwachsen. Er wird nicht durch Druck gehalten, sondern ist biologisch fest verbunden.

Woran erkennt man, dass ein Fädling erfolgreich angewachsen ist?

Luca erklärt das wichtigste Anzeichen:

Wenn der eingezogene Zweig sichtbar dicker wird als sein ursprünglicher Ansatz, bedeutet das, dass der Saftfluss nicht mehr über den Eintrittspunkt zurückfließt. Der Trieb wird bereits vom Stamm auf der Austrittsseite versorgt.

Das zeigt klar:

  • der Fädling wird über den Stamm ernährt
  • der ursprüngliche Zweigteil ist nicht mehr notwendig
  • die Kambiumschichten haben sich verbunden
  • die Verwachsung ist stabil

In diesem Moment kann der ursprüngliche Zweig sicher entfernt werden.

Wann sollte der ursprüngliche Zweig entfernt werden?

Das Ergebnis: Ein perfekt platzierter, völlig natürlich wirkender Ast, der aussieht, als wäre er genau dort von Anfang an gewachsen.

Keine sichtbaren Narben, keine unnatürlichen Winkel, kein „erzwungener“ Look, nur ein sauber integrierter, harmonischer Bonsai-Ast.

Warum Durchpfropfen so effektiv ist

Durchpfropfen ist besonders effektiv bei laubabwerfenden Arten, die aus altem Holz kaum Rückknospen bilden, wie zum Beispiel:

  • Apfelbaum
  • Hainbuche
  • Buche
  • Japanische Aprikose (Ume)
  • viele Obstbäume

Mit dieser Technik hast du die volle Kontrolle über die Astposition. Du kannst einen Ast genau dort entstehen lassen, wo er für den Aufbau des Bonsai benötigt wird, selbst wenn der Baum von sich aus keine neuen Triebe bildet.

Für fortgeschrittenes Gestalten oder zum Korrigieren von strukturellen Fehlern ist das Durchpfropfen eine unverzichtbare Bonsai-Pfropftechnik.

Neue Triebe am Stamm erzeugen

Bildet dein Baum von selbst keine neuen Triebe am Stamm, kannst du mit dem Durchpfropfen gezielt nachhelfen: Der durchgezogene Zweig wird zum neuen Trieb – genau an der Stelle, die dein Design braucht.

Möchtest du deinen Bonsai von Anfang an selbst aufbauen?

Mit jungem Ausgangsmaterial hast du die Freiheit, die gesamte Struktur deines Bonsai von Anfang an selbst zu gestalten. Entdecke unsere anfängerfreundlichen jungen Pre-Bonsai.

Kommst du mit deinem Baum nicht weiter?

Ich biete 1-to-1-Sessions an: Wir schauen uns deinen Bonsai gemeinsam an, per Video oder persönlich in meiner Baumschule in Merate bei Mailand, und du bekommst einen klaren Plan. Ab 29 €, die Anfrage ist kostenlos.

Weiterlesen